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Ton


Presseinfo

Biographie

TON ODER DER MUT ZUM POP

10 Jahre lang hat Tobias Röger mit den Wohlstandskindern den deutschen Pop-Punk geprägt. Und jeder, der die Band nicht für ihren Vollgas-Sound (das können viele), sondern für ihr exzellentes Songwriting (das können wenige) liebte, muss jetzt doppelt glücklich werden. Röger hat dem Pogo-Pop „adieu!“ gesagt und kleidet seine bergbachklaren, sehnsüchtigen Melodien jetzt mit zwei Kindheitsfreunden als Trio in eine aufgeräumte, mit Klavier und Streichern verfeinerte deutschsprachige Version großen Gefühlskinos Marke Snow Patrol, Travis oder Coldplay. „Wir haben die Zeit sie uns zu nehmen“ ist eine berührende Platte, ist Mut zum Pop, und doch die erste reine Indie-Produktion des Kölners. Röger kennt die Musikindustrie zu gut, um „das Ehrlichste, was ich je gemacht habe“, aus den Händen zu geben. So entstand ein eigenes Label um ein Netzwerk guter Freunde im Bergischen, eine neue Enklave kluger, aber nicht altkluger Popmusik, wie es sie in Deutschland kein zweites Mal gibt. Kein Image, keine Pose, nur die Kraft der Musik – reiner TON. Möge diese neue Schlichtheit belohnt werden…

WIR DÜRFEN DAS!

Tobias Röger (Gesang, Gitarre, Klavier)
Philipp Kostka (Bass, Background)
Christoph Zipper (Schlagzeug, Background)
Wir sind die Generation, die keinen Namen hat. Wir erreichten das musikreife Alter zu einer Zeit, als gerade die breite Masse abgeschafft wurde und der Mainstream der Minderheiten entstand. Das hatte Vorteile. Eine Menge spannender Musik gewann große Hörerschichten. Das hatte aber auch Nachteile: Mehr denn je entstand der Zwang zum „richtigen Geschmack“, zur Indie-Etikette und damit zur teilweisen Selbstverleugnung. In meinen „Hartmut und ich“-Romanen spiele ich mit diesem Thema. Protagonist Hartmut quält sich dort selbst 24 Stunden mit Free Jazz, weil er sich einmal an Pop versündigt hat. Bis der Erzähler, dem alle Dogmen fremd sind, ihn beruhigt: „Du darfst das mögen. Und ich verachte dich nicht deswegen.“ Wir sind die Generation, die nach Grunge, Crossover, Punk-Revival, Noise und Indie erst wieder lernen musste, zu den Gefühlen zu stehen, die sie auch hat. Einfache, klare Gefühle. Sehnsucht. Heimweh. Fernweh. Melancholie. Das Gefühl, das man hat, wenn man um 3 Uhr nachts auf einem Rasthof anhält, aussteigt, die Luft der blauen Stunde riecht und sich erstmals nach Monaten fragt: „Moment, was mache ich eigentlich hier?“ Das Gefühl, das man hat, wenn man wie die Zimmerleute in Tons erstem Video „Von hier bis in die Welt“ durch abgeschiedene Hügel im Bergischen Land schweift. Es gibt Gags in dem Clip, aber keine Ironie. Wie nirgends hier. Tobias Röger schreibt über Liebeskummer, Beziehungsenden, Entfremdung oder das Älterwerden in schlichten, direkten Worten zu Melodien, die niemand in Deutschland sonst so schreiben kann. Weitschweifig und doch auf den Punkt, melancholisch und euphorisch. Diese Melodien machten schon den Punk der Wohlstandskinder zum Pop. 10 Jahre lang betrieb er diese Band unter dem Frontmann-Pseudonym Honolulu Silver. Ein Rollenspiel. Der echte Röger steckte in Lyrik und Songwriting, weniger im Punkrock als Klanggewand. Jetzt ist er von jeder Verkleidung frei, es geht nicht mehr um Image, es geht nur noch um… Ton. Wir sind die Generation, die zugestehen muss, dass diese Klarheit sie unheimlich berührt. Unseren amerikanischen Generationsgenossen aus dem Punk geht es genauso. Die Sänger von Bad Religion, Millencolin, Lagwagon, Funeral For A Friend oder Hot Water Music: Sie alle machen Solo-Alben voller einfacher Emotionen. Sie machen Folk. Tobias Röger hat kein Solo-Album gemacht, sondern mit den alten Freunden Philipp Kostka (Bass) und Christoph Zipper (Drums) eine echte, wunderbar zusammenwirkende Band gefunden, die seine bergbachklaren Melodien in die atmosphärische Klangästhetik von Snow Patrol, Coldplay oder Travis überträgt. Und die sich seit der Kindheit kennt. Wir sind die Generation, die so sehr auf Ecken und Kanten bedacht ist, dass dieses Runde, Schöne und Wahre eine eigene Labelheimat benötigt, um sich zu entfalten. Die haben Ton gleich auch noch geschaffen. Von Label über Design bis zur Promo liegt alles in der Hand einer Dorfgemeinschaft im Bergischen. Noch nie war Röger so sehr Pop und zugleich noch nie so Indie. Mag dies Ansporn und Oase für alle sein, die ähnlich empfinden. Wir dürfen das. Oliver Uschmann